Weimar – Geist und Gewalt

Postkarte Deutschland über alles

Welcher Geist wehte, als 1914 tausende junger Menschen euphorisch in den Krieg zogen? Was tat die Öffentlichkeit dafür, welche Bilder, Ängste und Vorurteile bedienten deutsche Medien, welche die der anderen europäischen Nationen?

Kriegspropaganda im Ersten Weltkrieg ist das Thema einer Ausstellung der Klassik Stiftung Weimar, die den Titel “Krieg der Geister” trägt. Und sie ist der Ausgangspunkt für 30 Mittel-/Regelschüler aus Bayern und aus Thüringen, die sich für eine Projektwoche in Weimar treffen, um eigene Gedanken und Geschichten zum Thema in grenzgeschichten.net zu veröffentlichen. In der Ausstellung können die Schülerinnen und Schüler den Spuren einfacher Soldaten folgen, die mit idealistischen oder nationalistischen Vorstellungen in den Krieg zogen, doch schnell von dessen grausamer Realität eingeholt wurden. Sie finden dort aber auch Zeugnisse kriegsbegeisterter Adliger oder emanzipierter Frauen wie Selma von Lengefeld, die sich aktiv für das Frauenwahlrecht, aber auch für die Mitarbeit von Frauen in der Rüstungsindustrie einsetzte.

Bei einer Stadtführung durch Weimar auf den Spuren des Ersten Weltkrieges besuchen die Storyteller historische Orte des Geschehens und entdecken geeignete Locations für ihre eigenen Filme und Aufnahmen. So können vor Ort Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen. Gerade in einer Zeit, in der die Konfliktherde weltweit nicht weniger werden, kann der Blick auf die 100 Jahre zurückliegende Kriegsbegeisterung und ihre schmerzhaften Folgen die Wahrnehmung nur schärfen für einen aktuellen “Geist der Gewalt”. Wer sensibel für die Macht der Sprache und Bilder ist, fällt Propaganda – egal aus welcher Richtung sie kommt – nicht so leicht zum Opfer.

Warum kam es nochmal zum Ersten Weltkrieg? Hier erklärt es Wissen2Go

Am 3. November fährt eine 9. Klasse der Mittelschule Neunkirchen am Brand nach Weimar und trifft dort auf ebenfalls 15 Schülerinnen und Schüler der Staatlichen Regelschule Albert Einstein, die aus Sömmerda angereist kommen. Angeleitet und unterstützt werden sie von den Kulturvermittlerinnen der Klassik Stiftung Weimar, von einem Mediencoach des Bayerischen Rundfunks, einem der Thüringischen Landesmedienanstalt und einem ARD-Dokumentarfilmer.

Das Projekt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Alle Beiträge zum Projekt befinden sich hier

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