Prag – München: Radio Free Europe

 

Es war ein lebensgefährlicher Job im Herzen Münchens: zur Zeit des Kalten Krieges Journalist bei Radio Free Europe zu sein. Auf die Kantine des Senders im Englischen Garten wurde ein Giftanschlag verübt, Mitarbeiter wurden mit dem Messer attackiert, 1981 explodierte gar eine Bombe im Gebäude des Rundfunksenders. Warum?

Nach der Machtergreifung der Kommunisten 1948 und der Niederschlagung des Prager Frühlings durch Streitkräfte des Warschauer Pakts 1968 flohen tschechische Intellektuelle ins Ausland. Viele von ihnen landeten in München, wo es seit 1951 Radio Free Europe (RFE) gab. Der Sender versorgte Menschen auf der anderen Seite des Eisernen Vorhangs in ihrer jeweiligen Landessprache mit Nachrichten aus dem Westen. Der Öffentlichkeit wurde zunächst gesagt, RFE sei privat durch Spenden amerikanischer Bürger finanziert, Ronald Reagan warb in Fernsehspots für Unterstützung. Tatsächlich stammte bis Anfang der 1970er Jahre ein Großteil des Budgets von der CIA. Die Sowjetunion und ihre Verbündeten sahen RFE als feindliches Propagandainstrument und versuchten, Spione in den Sender einzuschleusen Das Bombenattentat soll vom rumänischen Geheimdienst in Auftrag gegeben worden sein. Acht Menschen wurden verletzt.

Schüler des Wittelsbacher Gymnasiums München und des Mensa Gymnáziums Prag treffen Zeitzeugen, die für die tschechoslowakische Redaktion von RFE gearbeitet haben und folgen ihren Lebensgeschichten von Prag nach München und wieder zurück nach Prag. grenzgeschichten.net macht es möglich, dass die bayerischen und tschechischen Schüler gemeinsam an  Lebensgeschichten arbeiten und Autoren-Kollektive für ihre crossmedialen Geschichten bilden.

Das Projekt wird in Prag im Mai und in München im Juli 2015 durchgeführt.

Dank an die Kooperationspartner!

Vertreter der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit, des Collegium Carolinums und des Tschechischen Zentrums vermitteln den Schülern Zeitzeugen, geben der Münchner Klasse eine thematische Einführung und begleiten sie während des Workshops fachlich-inhaltlich. Journalisten des Bayerischen Rundfunks leiten die Schüler bei der Medienproduktion an. Antikomplex führt den Workshop in Prag durch und wird vom Prager Institut für das Studium totalitärer Regime fachlich-inhaltlich unterstützt. Das Projekt wird durch die Bayerische Landeszentrale für politische Bildungsarbeit maßgeblich finanziell unterstützt.

Alle Beiträge zum RFE-Projekt 

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