Hof – Die Integration Vertriebener

Es ist rund 70 Jahre her, da kam der größte Flüchtlingsstrom nicht über das Mittelmeer nach Deutschland, sondern über die Landesgrenzen im Osten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verloren 12 Millionen Menschen im Zuge von Flucht, Vertreibung oder Zwangsumsiedlung ihre Heimat in den deutschen Ostgebieten oder im östlichen Europa. Erschöpft, rechtlos, traumatisiert und besitzlos wie sie waren, waren sie auf die Hilfe der deutschen Bevölkerung angewiesen. Allein durch die Stadt Hof wurden bis Anfang der 1950er Jahre mehr als zwei Millionen Heimatlose geschleust, wo sie Unterkunft und Verpflegung erhielten. Im Stadtteil Moschendorf befand sich gar das größte Flüchtlingslager Bayerns.

Etwa 15.000 dieser Heimatvertriebenen blieben, so dass die Bevölkerung Hofs um nahezu ein Viertel wuchs. In einer Zeit, in der kriegsbedingt alle zu wenig hatten, kann man vor der Integrationsleistung der Ortsansässigen nur den Hut ziehen. Heute erscheinen die mitgebrachten heimatlichen Traditionen und individuellen Fähigkeiten, die die Entwicklung der Stadt in der Nachkriegszeit entscheidend mit geprägt haben, fast selbstverständlich.

Was passierte damals? Wie ging die Stadt Hof mit dem Flüchtlingsstrom um? Wie erging es den Menschen und wie ergeht es ihnen heute, in der ersten, zweiten und dritten Generation? Schüler der FOS-BOS Hof erarbeiten gemeinsam mit dem Museum Bayerisches Vogtland crossmediale Geschichten, die die Vergangenheit beleuchten, um für die Gegenwart zu lernen. Für Museumsbesucher entsteht durch die ortsbasierten Inhalte in grenzgeschichten.net ein Zusatzangebot zur Ausstellung „Flüchtlinge und Vertriebene in Hof“. Mit ihren Smartphones können sie, auf den Spuren der Lebensgeschichten ehemals Vertriebener, die Stadt mit anderen Augen entdecken.

Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit durchgeführt und von dieser auch finanziell unterstützt.

Alle Beiträge zum Projekt in Hof

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