Flossenbürg und Lety – Orte erinnern

Das bayerisch-tschechische Jugendbegegnungsprojekt „Orte erinnern“ bringt 30 Schülerinnen und Schüler aus Weiden (Bayern) und Pilsen (Tschechien) zusammen. In intensiven gemeinsamen Workshops setzen sie sich mit Orten des Gedenkens an nationalsozialistische Verbrechen nahe ihrer Heimat und der gemeinsamen Grenze auseinander.

Die Jugendlichen werden die KZ-Gedenkstätte in Flossenbürg und das Mahnmal für die in Lety und Písku internierten und später in Auschwitz ermordeten Roma besuchen. Um beide Orte entwickelten sich erst seit den 90er Jahren kontroverse Debatten, wie sie als Gedenkstätten zu gestalten seien.

Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg. CC: A. Köppl

In Flossenbürg errichtete die Gemeinde Ende der 1950er Jahre auf den Fundamenten der Baracken eine Siedlung mit Eigenheimen – das frühere Lager wurde zum Wohnort. Der Freistaat Bayern erklärte den ehemaligen Appellplatz zum Gewerbegebiet. In der Lager-Wäscherei und der Häftlings-Küche produzierten verschiedene Firmen Industriegüter. Erst seit 1998 werden bauliche Überreste des Lagers konsequent in die Gestaltung der Gedenkstätte vor Ort mit einbezogen.

In Lety u Písku wird das Gelände, auf dem einst das KZ stand, immer noch gewerblich genutzt – von einer Schweinezucht. Seit vielen Jahren wird in Tschechien in Politik und Gesellschaft darüber diskutiert, ob diese Schweinezucht für Millionenbeträge an einen anderen Ort verlegt werden soll, um die Würde der Opfer zu wahren und – daran anschließend – wie die Erinnerung an die Verbrechen an den Roma gestaltet werden soll.

Welche Geschichten und Schicksale lassen sich an den Orten erzählen? Wie können wir dies medial darstellen, um nachkommende Generationen zu einer Reflexion der Vergangenheit anzuregen?

Mit diesen und anderen Fragen setzen sich Schüler des Augustinus-Gymnasiums Weiden und des Masaryk-Gymnasiums Pilsen auseinander. Dabei sollen sie keine Fakten und linearen Abläufe wiedergeben, sondern vernetzte Geschichten hinter dem Geschehenen suchen und entwickeln. Dafür stehen ihnen moderne Medien zur Verfügung und erfahrene Mediencoaches zur Seite. Auf grenzgeschichten.net werden ihre Geschichten dann Teil des großen Geschichtennetzwerks dieser Plattform.

Am 10. Oktober geht es los, die Schüler treffen sich zum Wochenendworkshop in Tirschenreuth.

Wir danken unseren Projektpartnern für die Zusammenarbeit:

Antikomplex, der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, dem Grenzüberschreitenden Medienzentrum Oberpfalz-Nord T1, dem Bayerischer Rundfunk, dem Deutschen Jugendherbergswerk Landesverband Bayern e.V., dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der Sparkasse Oberpfalz Nord und den Vereinigten Sparkassen Eschenbach i.d.OPf. Neustadt a.d.Waldnaab Vohenstrauß. Und natürlich dem Augustinus Gymnasium Weiden und dem Masaryk-Gymnasium Pilsen! 

Alle Beiträge zum Projekt befinden sich hier

 

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