Braunschweig – Leben an der Grenze West

Die Grenze zwischen der ehemaligen DDR und der Bundesrepublik Deutschland hat die jüngere deutsche Geschichte maßgeblich geprägt. Zweieinhalb Jahrzehnte nach Überwindung der Teilung sind jedoch die meisten sichtbaren Spuren verschwunden. Für nachwachsende Generationen wird es auch deswegen immer schwieriger, sich die eminente Bedeutung zu vergegenwärtigen, die der Eiserne Vorhang für die Menschen hatte. Wir stehen vor einem Vermittlungsproblem – auch in medialer Hinsicht. Das Storytellingportal „Grenzgeschichten – crossings borders“ ist für mich daher ein sinnvolles Bildungsangebot.

Dr. Michael Ploenus, Dozent am Historischen Seminar der TU Braunschweig.

© 2009-2013 Deutsche Kinemathek -Museum für Film und Fernsehen; Bundeszentrale für politische Bildung

Grenzübergang bei Hötensleben © 2009-2013 Deutsche Kinemathek -Museum für Film und Fernsehen; Bundeszentrale für politische Bildung

Geschichtsvermittlung im mobilen Internet mit den Mitteln von ortsbasiertem Storytelling – im Rahmen eines Grenzgeschichten-Blockseminars können Studenten der Technischen Universität Braunschweig ihr didaktisches Repertoire erweitern und praktische Medienkompetenz erlangen. Sie studieren Geschichte und Geschichtsdidaktik und werden sich in Zukunft immer wieder damit auseinandersetzen müssen, wie man einer jungen Zielgruppe historische Themen nahebringt. Nichtlineare Erzählformen und nichtlineares Denken sind dabei sicher eine der Herausforderungen, genauso wie die Personalisierung von Ereignissen. Denn im Grenzgeschichten-Portal werden die Geschichten vom Leben an und mit der innerdeutschen Grenze nicht chronologisch entlang einer Zeitachse präsentiert, sondern anhand ihrer Schauplätze, Erzähler und Protagonisten.

Grenzzaun bei Offleben © 2009-2013 Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen; Bundeszentrale für politische Bildung

Geplant ist, mit den Studenten an den Grenzorten Offleben, Hornburg/Schladen, Eckertalsperre/Harz, Marienborn und Hötensleben zu recherchieren, zu fotografieren und zu filmen. Das Historische Seminar der TU Braunschweig wäre dort nicht zum ersten Mal mit Aufnahmegeräten und Kameras unterwegs. In dem Projekt „Geteilte Erinnerung – Grenzerfahrungen zwischen Harz und Heide“ wurden bereits mit Schülern und Studenten Audiowalks erstellt. Das Grenzgeschichten-Blockseminar kann also auf Erfahrungen und Forschungen aufbauen und wird zusätzlich von einem Mediencoach des NDR praktisch unterstützt.

Wir danken dem NDR für diese Zusammenarbeit sowie unseren Projektpartnern im Braunschweiger Land: Der Braunschweigischen Stiftung und der Braunschweigischen Landessparkasse.

Alle aktuellen Beiträge zu dem Projekt finden Sie unter
Braunschweig

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