2016 – wieder ein grenzintensives Jahr

frontier_cc Sascha Hommer

Mit freundlicher Genehmigung durch Sascha Hommer

Das neue Jahr ist nun einen Monat alt und eines steht fest: das Thema Grenzen wird uns weiterhin in Atem halten. Mit unserem Bildungsprojekt bemühen wir uns nun im zweiten Jahr, sichtbar zu machen, dass Grenzkonflikte, Flucht und Exil nicht einfach die Probleme der Anderen sind, sondern dass sie zu allen Zeiten, quer durch alle Länder, Generationen und Gesellschaften aus individuellen und politischen Konstellationen heraus entstehen und entstanden. Wer die Geschehnisse rund um Kriege (auch „Kalte Kriege“) mit Einzelschicksalen in Verbindung bringt, wird zwangsläufig erkennen, dass sich der Umgang nicht darin erschöpfen kann, Menschen, die ihre Heimat verlassen, in Sammelunterkünften aufzunehmen oder abzuweisen. Denn auf beiden Seiten der Grenzen entstehen Geschichten, die über Generationen hinweg die Identitäten von Menschen, Orten und Kulturen prägen – und damit den Lauf der Dinge, auch in ihrem Inneren.

Was wird der Beitrag zu all dem sein, den unsere Grenzgeschichten-Teilprojekte in diesem Jahr leisten? Noch steht nicht alles final fest, aber diese Themen dürfen angekündigt werden:

  • Wo verläuft die Grenze zwischen genug haben, zu viel und zu wenig? Was brauche ich und warum eigentlich? Damit beschäftigen sich Realschüler einer internationalen Klasse im Münchner „Grenzen fairschieben“ Workshop. 
  • Was für eine Erinnerung entsteht, wenn ich die Lebensgeschichte eines Zeitzeugen als Graphic Novel mit Ton erzähle? Auf dieses Experiment lassen sich ehem. Vertriebene aus Böhmen und Schüler der Montessori Fachoberschule Lauf a.d. Pegnitz ein. Das Projekt wird Teil der bayerisch-tschechischen Landesausstellung 2016.
  • In Regensburg und Neutraubling laufen Vorbereitungen für ein Tandemprojekt zwischen Gymnasiasten und Studenten der Geschichtsdidaktik. Welche Identifikationsgeschichten erzählen Menschen quer durch die Generationen in der „Vertriebenenstadt“ Neutraubling? Wie geht diese Stadt mit den Herausforderungen der heutigen Migrationsgesellschaft um?
  • Einstehen für Menschenrechte bedeutet in Diktaturen oft, sich gegen geltende Gesetze zu stellen. Das Illegale ist dann oft das moralisch und ethisch Gesetzmäßige. Was Menschen, die sich nicht beugen ließen, im Zuchthaus Cottbus und im Jugendwerkhof Torgau in der DDR erleiden mussten, werden Schüler vor Ort im kommenden Schuljahr erzählen. Partner ist die Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

 

 

 

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