#ggweimar: Ganz bestimmt nicht langweilig

Ganz am Anfang fragten wir die Schüler, ob es etwas gäbe, was ihnen in Hinblick auf den Workshop Sorgen bereitet. „Langeweile“ war die einzige Antwort. Eine völlig unberechtigte Sorge, wie sich zeigte. Das Arbeitspensum war verständlicherweise hoch, galt es doch, innerhalb von drei Tagen aus ersten vagen Ideen ausgereifte, stimmige Geschichte zu entwickeln. Aber weniger der Aufwand erstickte die Langeweile, als vielmehr die enorme Begeisterung und der Arbeitseifer, den die Schüler an den Tag legten. Manch einer musste regelrecht in die Pause gedrängt werden.

Zunächst beschäftigten sich die 29 Mittel- und Regelschüler aus Bayern und Thüringen in Arbeitsgruppen mit Dokumenten zum Großherzog Wilhelm Ernst, der Frauenrechtlerin Selma von Lengefeld und einem „unbekannten Soldaten“. Aus den Materialien wählten sie einschlägige Ereignisse aus und überlegten, mit welchen Mitteln sie diese aus ihrer Perspektive erzählen würden.

Der Großherzog twittert von der Front

Wie würde ein Großherzog heute seine Ansichten verbreiten und sich dabei propagandistischer Methoden bedienen, fragte sich eine Gruppe – und ließ Wilhelm Ernst von der Front twittern. Eine andere gab der Figur des unbekannten Soldaten über Facebook ein Profil, Freunde und eine Geschichte. Die Frauenrechtlerin Selma von Lengefeld chattete mit einem Historiker über die Rüstungslobby. Andere Gruppen führten klassische Interviews mit Kuratoren und Wissenschaftlern, befragten Passanten zu zeitgenössischer Propaganda, inszenierten ein Rezept aus einem Kriegskochbuch oder ließen die Großherzogin in einem Videotagebuch von ihrem Alltag berichten. Herausgekommen ist ein Fülle sehr unterschiedlicher Perspektiven und Geschichten, die sich teils spielerisch, teils sehr ernst mit Kriegserfahrungen und den geistigen Problemstellungen vor 100 Jahren beschäftigen und den recht entfernten Ersten Weltkrieg an die Gegenwart der Schüler heran holten.

Die Ergebnisse des fünftägigen Workshops zum Thema „Geist und Gewalt“ werden am Montag, den 1. Dezember, in Weimar der Öffentlichkeit präsentiert und in grenzgeschichten.net freigeschaltet.

Bis dahin: Herzlichen Dank an alle Beteiligten, ganz besonders natürlich an die Schülern, ihren Eifer und Mut, ihre Neugier, Begeisterung und Kreativität. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit euch und es war faszinierend zu sehen, wie ihr über euch selbst hinaus gewachsen seid.

Georg Gräser, Mediencoach von Radio Lotte Weimar

Einen Einblick in die Stimmung gibt dieses Video vom Warm-Up am Dienstagmorgen:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s