Grenzgeschichten-Countdown: Grenzüberschreitende Maßnahmen

Asisi-Panorama: DIE MAUER. Quelle: Asisi

Asisi-Panorama: DIE MAUER. Quelle: Asisi

Beim Grenzgeschichten-Countdown blicken wir anlässlich der Vorstellung des Portals am 21.05. zurück auf die letzten Monate. Und als wir bedrückt auf die unerfreulichen aktuellen Geschehnisse der Gegenwart sahen haben wir uns gedacht: Das muss doch auch anders gehen.

Also gingen wir hin und suchten Menschen oder Projekte im Internet, die ihrerseits über Grenzen gingen. Wir fragen sie, ob sie Lust hätten an einem Tag für eine Stunde auf Twitter über sich und das Projekt zu erzählen. Wir fanden bald einen Namen für die Aktion: Tweethub. So koordiniert und so organisiert hatte das keiner bisher im Internet getan, daher haben wir in diesem virtuellen Projekt auch sehr viel gelernt. Vor allem aber lernten wir wie schön das Gespräch über Grenzen sein kann. Auch wenn zu Beginn der Snowden-Skandal noch etwas unsere Gedanken trübte. In der ersten Stunde arbeiteten wir die verschiedenen Datenskandale der Vergangenheit auf – vom Dritten Reich über die Stasi bis hin zur NSA.

In der zweiten Stunde ging es um Ländergrenzen, um Sprachgrenzen und um Wörter. Das Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ vereint all dieses und geht dabei auch im Internet über Grenzen in dem es multimedial begleitet wird. Dabei spielen Sprache und Wörter bei der Autorin Ulrike Draesner eine besondere Rolle. Die Hauptfigur des Romans, Eustachius Grolmann, wurde 1945 wie Ulrike Draesners Vater aus Breslau nach Bayern vertrieben. Allerdings weitet Draenser ihr Szenario noch aus – so wird im Roman über die Grenzen von Affe-Mensch, Polen-Deutschland, Gestern-Heute und Großmutter-Enkelin erzählt.

Räumliche und künstlerische Grenzen möchte in diesem Jahr das Theaterfestival FavoritenNRW sprengen. Zum Einen damit, dass man schon bevor das Festival in Dortmund im Herbst startet mit den “Erkundigungen” in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs ist und zu Diskussionen und zum Mitmachen anregt. Zum Anderen hat das Festivalteam – dessen Leitung insgesamt an die 300 Theaterstücke für den Herbst gesichtet haben wird – auch für das Social Web eine grenzüberschreitende Idee. „Mit unserem #FAV14 #Tatendrang wollen wir die #Grenze zwischen #Publikum und #Akteur sprengen.“

Die wichtigste Grenze, die das Festival überschreiten möchte ist die zwischen Theater und Publikum. Grenzen ganz anderer Art überschreitet das Buch “Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt” welches anschließend vorgestellt wurde. Hier waren Reporter in der ganzen Welt unterwegs um über gelebte Utopien zu berichten. So ging eine Reise bis an die Grenzen Neuseelands. Die spannende Frage in dieser Diskussionsrunde: Was braucht man zum Leben? Was braucht es, glücklich zu sein? Welche Grenzen muss man dafür überschreiten?

Anschließend ging es direkt mit Büchern und Autoren weiter: Die Internationale Jugendbibliothek gab Literatur-Tipps zum Thema Fluchtgeschichten. Dabei hat die Bibliothek ihre Gründung einer deutschen Jüdin zu verdanken, die im Dritten Reich ihre eigenen Erfahrungen mit Flucht und Grenzen sammelte. Wer Tipps zum Thema Fluchtgeschichten im Kinder- und Jugendbuch brauchte dem konnte die IJB weiterhelfen. Besonders schön und hoffnungsvoll: Aus dieser Aktion entstand die Idee für ein eigenes Projekt in München – momentan sucht die IJB noch Teilnehmer. 

Heutzutage erinnert kaum noch etwas an die Mauer, die einst Berlin teilte. Yadegar Asisis neuestes Panoramenprojekt lässt diese Grenze in Bild und Ton auferstehen. Dazu nutzte er auch Alltagsbilder der damaligen Zeit. Grund für das Projekt war aber eigentlich die Frage: “Wie hat man damals mit der Mauer gelebt?” Es war ein Tag mit 6 Geschichten. Geschichten über Grenzen und über Menschen, die diese überwinden. Jede und jeder auf ihre eigene Art und Weise. Jede dieser Geschichten hat eine andere Facette des Thema Grenzen erhellt und dabei auch die vielfältigen Verbindungen verdeutlicht. Wie das Leben in Berlin mit der Mauer im Alltag von statten ging, das erfuhren wir beim Tweetup. Doch wie man in der DDR gelebt hat, das konnte den Jugendlichen erst Reiner Kunze vermitteln. In Passau.

Christian Spließ

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