Erzähl-Gefäße suchen

cc Stiftung Zuhören

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Ein Workshop beginnt irgendwie immer mit einer Vorstellungsrunde… Am Donnerstag, an der FOS in Ingolstadt, hat also jeder gesagt, worauf er Lust hat. Wir hatten mehrere Stunden aufgezeichnetes Audio-Material, quasi keine Bilder und noch nicht so viele Ideen, wie man erzählen kann. Dafür eine riesige Portion Motivation, Lust auf Geschichtenerzählen, einen Haufen Technik und drei Tage Workhop vor uns. Wir haben uns also auf einen gemeinsamen Spirit eingeschworen und waren ab da eine Redaktion, die zusammenhilft, um gute Geschichten zu erzählen. Unser Ziel: Gefäße für die wahren Lebensgeschichten zu finden, die auch andere Jugendliche cool finden und anhören oder anschauen wollen.

Immer wieder gab‘s ein paar Theorie- und Praxismodule: Wie funktioniert die Kamera, was ist ein gutes Bild, wie kann ich die Bildaussage beeinflussen. Aber auch: wie muss ich mit dem Aufnahmegerät umgehen, damit die Tonqualität ab jetzt besser wird… Wir haben erarbeitet, dass Geräusche das Salz in der Suppe sind und wie wir sie aufnehmen und einsetzen können. Und wir haben uns angeschaut, wie authentische Momente und wie ästhetische Kniffe wirken.

Dann ging’s auch schon ans Materialsichten und Schritt für Schritt ans Erzählgefäße finden:

Florian, Patrick und Kevin waren sich schnell einig, dass sie eine reine Audio-Emotionskollage machen wollen: das heißt, die besten O-Töne aus Interviews vermischen mit Wortfetzen und Geräuschen.

Larissa und Steffi kamen fix mit ersten Ideen für eine kreative Erzählform aus nachgespielten Filmszenen, Fotos, Audios und Geräuschen. Wir haben also direkt ein Storyboard in Angriff genommen und eine Liste für Requisiten erstellt, die sie dazu dringend gebraucht haben: unter anderem eine Babypuppe, ein altes Schultertuch, Playmobilfiguren und eine Europakarte.

Auch am zweiten Tag haben wir gemeinsam an Drehplänen, Off-Texten und Konzepten gefeilt. Und immer wieder hat irgendwer das Aufnahmegerät gezückt, um Geräusche selbst zu produzieren: Schritte, schweres Atmen, Türknallen, ein Schlafsaal mit vielen schnarchenden Leuten, ein Raum voller Kranker und schreiender Babys – all das haben wir zusammen nachgestellt. Und natürlich hatte jedes Autoren-Team Zugriff auf unser gemeinsames Soundarchiv!

In der Zwischenzeit waren Dilara und Belgüm längst mit der Kamera zu einer festen Einheit verschmolzen – völlig klar, dass sie das unschlagbare Making Of-Team waren und auch gefragt waren für Aufnahmen, die andere Gruppen gebraucht haben.

Michaela, Andrea und Martin haben sich einem Zeitzeugen angenommen, der während des Workshops an die Schule gekommen ist und von dem wir auch Videoaufnahmen machen konnten. Jacky und Kathrin haben „ihr“ Zeitzeugen-Interview in eine sehr persönliche Sicht auf dieses Geschichtsthema gefasst und dazu Fotoideen umgesetzt. Und Marion, Tamara, Katharina und Leandra haben eine Audio-Video-Form für gleich zwei Lebensgeschichten entworfen und sie jeweils mit einer einzigartigen Erzählerin im On kombiniert: Marion ist die Großnichte der beiden Zeitzeugen und hat in Gänsehaut-Art die Texte gesprochen.

Es waren drei volle Tage, an denen Michi immer als letzter nach Hause gegangen ist. Michi ist der Cutter unserer FOS-Redaktion, der entscheidend dazu beigetragen hat, dass erste Werke tatsächlich in dieser irre kurzen Zeit schon fertig geworden sind. Spontan haben ihn am Samstag noch zwei andere Schüler unterstützt: Jonas und Stefan. Einfach so. Hut ab! Auch vor Lehrerin Marion Büchl, die die Gabe hat, ihre Schüler für Geschichte – und Geschichte weiter erzählen – zu begeistern. Sie hat während des Workshops auch als Techniksupport und Problemlöserin gedient.

Danke an die gesamte FOS-Ingolstadt-Redaktion! Danke für den Einsatz, den Spaß am Arbeiten, das ausgezeichnete Zusammenhelfen und den nötigen Biss – ohne den hätten wir bestimmt nicht schon erste Beiträge fertig.

Ich bin gespannt auf die nächsten fertigen Werke!

 

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