Tweethub: Ein Tag, sechs Geschichten – Highlights

Asisi-Panorama: DIE MAUER. Quelle: Asisi

Asisi-Panorama: DIE MAUER. Quelle: Asisi

Eine Stunde für eine Geschichte – das erscheint auf den ersten Blick viel Zeit. Beim Tweethub haben wir festgestellt: Gute Geschichten können den Zeitrahmen durchaus mal sprengen. Allerdings haben sich alle Teilnehmer vorbildlich an die Stunde gehalten und sie genutzt um ihre einzelnen Projekte im Rahmen des Grenzgänger-Tweethubs vorzustellen. Zu Beginn ging es um grenzenlose Daten und Reiner Kunze. In der ersten Stunde haben wir die verschiedenen Datenskandale der Vergangenheit aufgearbeitet – vom Dritten Reich über die Stasi bis hin zur NSA. Eine unserer Fragen dabei:

Eine Antwort darauf kam von Astrid Christofori:

Worauf der Einwurf von Marc Nikolait kam:

Diese Frage konnten wir natürlich nicht abschließend klären, sie brachte aber allerhand Nachdenkliches in die Debatte. Klar wurde aber auch: Es geht beim Thema Überwachung nicht so sehr um Technologien. Es geht um den Menschen und die Frage nach seinen Motiven beim Denunzieren. Der Stasi gelang es auch ohne Computer und Internet Reiner Kunze zu überwachen.

In der zweiten Stunde ging es um Ländergrenzen, um Sprachgrenzen und um Wörter. Das Buch „Sieben Sprünge vom Rand der Welt“ vereint all dieses und geht dabei auch im Internet über Grenzen in dem es multimedial begleitet wird.

Dabei spielen Sprache und Wörter bei der Autorin Ulrike Draesner eine besondere Rolle. Die Hauptfigur des Romans, Eustachius Grolmann, wurde 1945 wie Ulrike Draesners Vater aus Breslau nach Bayern vertrieben. Allerdings weitet Draenser ihr Szenario noch aus – so wird im Roman über die Grenzen von Affe-Mensch, Polen-Deutschland, Gestern-Heute und Großmutter-Enkelin erzählt.

Räumliche und künstlerische Grenzen möchte in diesem Jahr das Theaterfestival FavoritenNRW sprengen. Zum Einen damit, dass man schon bevor das Festival in Dortmund im Herbst startet mit den „Erkundigungen“ in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs ist und zu Diskussionen und zum Mitmachen anregt.

Zum Anderen hat das Festivalteam – dessen Leitung insgesamt an die 300 Theaterstücke für den Herbst gesichtet haben wird – auch für das Social Web eine grenzüberschreitende Idee.

Die wichtigste Grenze, die das Festival überschreiten möchte ist die zwischen Theater und Publikum. Grenzen ganz anderer Art überschreitet das Buch „Völlig utopisch. 17 Beispiele einer besseren Welt“ welches anschließend vorgestellt wurde. Hier waren Reporter in der ganzen Welt unterwegs um über gelebte Utopien zu berichten.

So ging eine Reise bis an die Grenzen Neuseelands.

Die spannende Frage in dieser Diskussionsrunde: Was braucht man zum Leben? Was braucht es, glücklich zu sein? Welche Grenzen muss man dafür überschreiten?

Von Neuseeland in die Niederlande: Kerstin Schweighöfer war unterwegs in de Hogeweyk, ein Zentrum für Demenzkranke. Eines, das wie ein normales Stadtviertel wirkt mit Boulebahn, Sonnenblumen und Backsteinhäusern. Die Demenzkranken sollen sich hier wohlfühlen. Nachdem die Gründer des Zentrums unliebsame Erfahrungen mit der Unterbringung von Demenzkranken gemacht haben, haben sie einfach selbst eine lebenswerte Utopie entwickelt. Während in Deutschland immer wieder über Chancen und Risiken des Grundeinkommens debattiert wird haben zwei Deutsche das einfach mal in Somalia ausprobiert.

Und die Folgen? Nachdem erst die Bars einen großen Zulauf verzeichneten nahmen die Einwohner des Dorfes dann ihr Leben in die eigene Hand. Das Experiment zeigt: Das Grundeinkommen führt nicht automatisch dazu, dass Menschen generell nicht mehr arbeiten gehen.
Anschließend ging es direkt mit Büchern und Autoren weiter: Die Internationale Jugendbibliothek gab Literatur-Tipps zum Thema Fluchtgeschichten. Dabei hat die Bibliothek ihre Gründung einer deutschen Jüdin zu verdanken, die im Dritten Reich ihre eigenen Erfahrungen mit Flucht und Grenzen sammelte.

Wer Tipps zum Thema Fluchtgeschichten im Kinder- und Jugendbuch brauchte dem konnte die IJB weiterhelfen.

Heutzutage erinnert kaum noch etwas an die Mauer, die einst Berlin teilte. Yadegar Asisis neuestes Panoramenprojekt lässt diese Grenze in Bild und Ton auferstehen. Dazu nutzte er auch Alltagsbilder der damaligen Zeit. Grund für das Projekt war aber eigentlich die Frage: „Wie hat man damals mit der Mauer gelebt?“

Ein Tag – 6 Geschichten. Geschichten über Grenzen und über Menschen, die diese überwinden. Jede und jeder auf ihre eigene Art und Weise. Jede dieser Geschichten hat eine andere Facette des Thema Grenzen erhellt und dabei auch die vielfältigen Verbindungen verdeutlicht. Die Herbergsmütter haben das wunderbar formuliert:

3 Gedanken zu “Tweethub: Ein Tag, sechs Geschichten – Highlights

  1. Pingback: Experiment: TweetHub #grenzgaenger | imaginary friends

  2. Pingback: Newsletter 12. März 2014 | kulturimweb.net

  3. Pingback: Grenzgeschichten-Countdown: Grenzüberschreitende Maßnahmen | crossing borders blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s