Neunjähriger

Reiner Kunze liest aus der „Trommel“, der Jugendzeitschrift der DDR. Es ging um die Frage, wie Jugendliche sich damals fühlten.

Gestern war die letzte Gruppe von Schülerinnen des Gisela Gymnasiums bei Reiner Kunze. Thema war sein Text „Neunjähriger“ aus „Die wunderbaren Jahre“. Herr Kunze hatte Material aus seinem Archiv vorbereitet und war von der Lektüre von der „Trommel“ selbst noch ganz benommen, als wir kamen. Es wurde ein dunkles und trauriges Gespräch. Wir hörten von Kriegspielen im Kindergarten, von den Alpträumen der Kinder, von Hinrichtungen und Gehirnwäsche. Wir sprachen lange über den Hass, der Menschen die schier unglaublichsten Gräueltaten vollbringen lässt. In der DDR seien die Menschen nach ihrer Ideologie beurteilt worden. In seinem Text „Neunjähriger“ ginge es gar nicht so sehr um Fremdenfeindlichkeit (was uns das heute nicht mehr gebräuchliche Wort „Neger“ vermuten ließ), sondern um die Verwirrung von Kindern, die gezwungen sind, Menschen in Kategorien einzuteilen. Das war eine wichtige Info und tatsächlich beschlossen die Mädchen daraufhin, eine Szene in ihrem Film nachzudrehen.

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