Die Zukunft der Stasi-Akten

Photograph: niklasnikon - CC-Lizenz: BY-NC

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Nach der Wahl steht die Große Koalition vor einer heiklen Aufgabe: Wie genau soll ab dem Jahr 2019 mit den Stasi-Akten umgegangen werden? Denn zu diesem Zeitpunkt läuft das Stasi-Unterlagen-Gesetz aus und kann nicht mehr verlängert werden. Aus der Diktatur von gestern soll für morgen gelernt werden, stellte Roland Jahn, der Leiter der Stasi-Unterlagen-Behörde im Jahre 2012 fest. Schon damals wurde über die Frage diskutiert, wie nach dem Jahr 2019 mit den Stasi-Akten umgegangen werden sollte. Die damalige Regierung plante ein Gremium, das sich um die Antwort auf genau diese Frage kümmern sollte. Allerdings kam dieses nie zustande und nun ist die Große Koalition am Zug. Ein Vorschlag, der in der Vergangenheit schon diskutiert wurde: Die Stasi-Akten könnten in das Bundesarchiv eingeräumt werden. Dabei müsste man allerdings über die Frage des Datenschutzes diskutieren und eine Regelung finden, die eine Einsicht in die Akten problemlos erlaubt. Allerdings: Ist der Ort, an dem die Stasi-Akten heute aufbewahrt werden nicht gerade wegen seiner besonderen Aura, wegen seiner besonderen Symbolik so wichtig und eindrucksvoll?

Roland Jahn betont das in einem Interview: „Wenn man die Akten vom Ort des Wirkens der Stasi entfernt, verlieren sie an Kraft. Die Unterlagen sind ja nicht nur Papiere, in die man hineinschaut. Sie sind ein Monument des Überwachungsstaates, das man hier besichtigen kann.“ Deswegen plant Jahn einen „Campus der Demokratie“, möchte die Zentrale der DDR-Staatssicherheit in der Berliner Normannenstraße umwandeln. Hier sollen zukünftig Schüler und Schülerinnen erfahren können, wie die Stasi funktionierte, welche Rolle sie in der DDR-Gesellschaft spielte. Für Jahn ist es allerdings egal, welches Türschild letzten Endes am Gebäude hängen wird – die Stasi-Akten als historische Dokumente müssten auf jeden Fall für alle zugänglich und offen bleiben. Jetzt liegt es an der Großen Koalition darüber zu entscheiden und die Frage zu beantworten, wie eine Zivilgesellschaft mit ihrem politischen Erbe umgehen sollte.

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